NHB - Nationales Hundehalter Brevet



Das Nationale Hundehalter-Brevet (NHB) ist eine landesweit einheitliche, freiwillige theoretische wie praktische Hundehalter/Hund-Ausbildung mit definierten Lernzielen, die von zertifizierten Anbietern gemäss deren Ausbildungsunterlagen angeboten wird.

 

Im Zentrum der Ausbildung steht das Thema “Lernen mit Hund” - Halter und Hund sollen gemeinsam mit viel Spass (und ohne Mahnfinger) ein Ziel erreichen. Um den BrevetAusweis zu erlangen, muss der Theorie- und/oder der Praxisteil mit einer entsprechenden Prüfung abgeschlossen werden. Wer auf die Prüfungsteilnahme verzichten möchte, erhält eine Teilnahmebestätigung.

 

Die 12 Übungen

 

 

1. Aussteigen aus dem Auto oder Verlassen eines engen Raumes

Korrektes Ausladen des Hundes aus dem Auto oder Verlassen eines engen Raumes. Der Hund wartet, bis er das Kommando zumAussteigen/Herausheben oder Verlassen des Raumes bekommt. Der Hund zeigt keine Aggression gegenüber dem Hundeführer oder denPrüfungsexperten.

 

2. Maulkorb, Verbinden einer Pfote

Der Hundeführer zeigt an einem Modellhund wie ein Notfallmaulkorb korrekt angelegt

 wird. Anschliessend zieht der Hundeführer seinem Hund einen Maulkorb an. Der Hund verhält sich ruhig. Es darf ein eigener, zugelassener Maulkorb mitgebracht werden.

Der Hundeführer verbindet die Pfote seines Hundes. Der Hund lässt dies ohne Aggression zu.

 

 3. Leinenlaufen, Anhalten / Sitzen, Warten/Bleiben

Der Hund folgt dem Hundeführer angeleint ohne zu zerren. Der Hund wartet im Sitz am Ausgangspunkt, während der Hundeführer ohne ihn das Viereck umgeht. Dann nimmt der Hundeführer seinen Hund über zwei Schenkel des Vierecks mit und lässt diesen dann im Platz warten. Der Hundeführer umgeht das Viereck erneut ohne den Hund. Der Hund wartet ruhig, bis der Hundeführer wieder bei ihm ist. Wenn er wieder beim Hund ist, nimmt er den Hund mit dem Kommando Sitz an.

 

 4. Spielen (Kooperativität, Selbstbeherrschung Beruhigungsphase)

Der Hundeführer spielt mit einem Gegenstand mit dem Hund. Auf Anweisung des Prüfers, nimmt der Hundeführer dem Hund in Verbindung mit dem Kommando («Aus», «Gib» o.ä.) den Gegenstand weg. Der Hund lässt dies geschehen, ohne zu knurren oder nachzuschnappen.

 

 

5. Abrufen des Hundes bei Begegnung mit Jogger/Radfahrer

Der Hundeführer geht mit seinem unangeleinten Hund auf einer zugewiesenen Strecke spazieren. Ein Jogger/Radfahrer kommt ihnen entgegen. Der Hundeführer ruft seinen Hund zu sich und leint ihn an, bevor der Jogger/Radfahrer ihn erreicht hat. Der Hundeführer geht mit angeleintem Hund am Jogger/Radfahrer vorbei, ohne dass der Hund den Jogger/Radfahrer belästigt. Nach dem Kreuzen des wird der Hund wieder los geleint und der Hundeführergeht in der ursprünglichen Richtung weiter.Der

Hund darf keine Anstalten zeigen, dem Jogger/Radfahrer zu folgen.

 

6. Körperpflege, Zähne, Ohren, etc. untersuchen lassen, Kontrolle Chip

Der Hundeführer kommt mit angeleintem Hund zum Tisch. Er begrüsst den Prüfungsexperten und hebt den Hund korrekt auf den Tisch. Um grossen, schweren Hunden das Aufsteigen zu erleichtern, wird bei Bedarf ein kleiner Tisch (oder eine Rampe) bereitgestellt. Der Hundeführer muss das Festhalten (Fixieren) mind. 10 Sekunden zeigen. Der Hund ist ruhig auf dem Tisch, im Sitz, Platz oder

Steh. Der Experte kontrolliert die Chipnummer und lässt sich die Ohren und die Zähne des Hundes zeigen. Der Hundeführer zeigt auch zwei Pfoten indem er sie anhebt, leicht knetet und die Zehen spreizt (mind. eine Hinter- und eine Vorderpfote). Der Hund lässt dies ohne Aggression und Nervosität zu. Zum Schluss hebt der Hundeführer seinen Hund wieder korrekt vom Tisch.

 

7. Kreuzen eines Passanten mit Kinderwagen

Das HF/H-Team kreuzt einen Passanten mit Kinderwagen. Darin befindet sich eine Puppe, die schreit. Der Hund verhält sich ruhig. Er reagiert nicht aggressiv auf den Passanten und den Kinderwagen.

 

8. Abrufen unter Ablenkung

Der Hund wartet an einem markierten Punkt. Der Hundeführer begibt sich an eine zweite Markierung. Um ihn herum bewegen sichMenschen. Er ruft seinen Hund ab, dieser kommt zu ihm, ohne die fremden Personen zu belästigen.

 

9. Restaurantbesuch

Der Hundeführer setzt sich mit seinem Hund an einen gekennzeichneten Tisch in einem Restaurant ähnlichen Raum. Er lässt den Hund neben sich abliegen und bestellt. Eine zweite Person geht, nach einer Wartezeit von ca. 4 Minuten, mit angeleintem Hund vorbei und setzt sich an einen etwas entfernten Tisch. Der zu prüfende Hund verhält sich ruhig, er zeigt keine Aggression gegenüber dem Hund oder fremder Personen. Ca. 2 Minuten, nachdem sich die zweite Person gesetzt hat, steht

der Hundeführer auf und verlässt ruhig mit angeleintem Hund der Raum.

 

10. Begegnung mit fremden Hunden

Auf ein Kommando gehen beide Hundeführer mit angeleinten Hunden los und begegnen sich in der Mitte, sie bleiben stehen und unterhalten sich kurz. Der zu prüfende Hund verhält sich nicht aggressiv gegen dem andern Hund und seinem Besitzer.

 

12. Strasse überqueren

Der Hund wartet an der Leine korrekt an der Strasse, bis er das Zeichen seines Hundeführer zum Losgehen erhält. Auf der gegenüberliegenden Seite zeigt der Hund erneut ein korrektes Warten. Der Hund wartet ruhig und zieht nicht an der Leine beim Überqueren.

 

13. Gesamteindruck Mensch-Hund Beziehung, Handling

Hier soll die Körpersprache vom Hundeführer und dem Hund sowie die Bindung (Vertrauen) eingeschätzt werden